Breithülen  
Remontedepot und Munitionsdepots

Geschichte

Breithülen und Münsingen auf der  Alb in Baden-Württemberg sind bei vielen bekannt. Zumindest bei den unzählig vielen Soldaten, die zwischen 1895 und 2005 auf dem dortigen Truppenübungsplatz mehr oder weniger lang unterwegs waren. Das ganze Areal mit der Soldatensiedlung Altes Lager, dem angrenzenden Vorlager und dem 1898 in Breithülen eingerichteten Remontedepot wurden 1942 vom württembergischen Innenministerium zum Heeresgutsbezirk Münsingen erklärt.

Ein kluger Schachzug: So konnten die Militärs auf dem gemeindefreien Gebiet ihre Bauvorhaben ohne kommunale Verwaltungsverfahren unter völliger Geheimhaltung umsetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die französischen Streitkräfte den Gutsbezirk für ihre Truppen. Von 1957 an durften deutsche Soldaten das Übungsgelände mitbenutzen. Nach dem Abzug des französischen Militärs übernahm 1992 die Bundeswehr den Gutsbezirk.

Mit der Schließung des Truppenübungsplatzes Ende 2005, und der damit verbundenen Entmilitarisierung des Areals, wurden in den angrenzenden Kommunen Münsingen und Heroldstatt Stimmen laut, die bewohnten Flächen zu rekommunalisieren und den Gutsbezirk aufzulösen, was letztendlich zum 1. Januar 2011 vom Land Baden-Württemberg umgesetzt wurde. 

Mit Auflösung des Gutsbezirkes wurden die ehemalige Soldatensiedlung Altes Lager, die Königstraße und die Wohnsiedlung Kapf in Auingen mit einer Gesamtfläche von 96 Hektar zu Münsingen im Landkreis Reutlingen eingegliedert. Breithülen mit 77 Hektar kam zu Heroldstatt, die ehemalige Standortmunitionsniederlage sowie das Munitionslager mit einer Gesamtgröße von 61 Hektar zu Schelklingen im Alb-Donau-Kreis. Auf diesem Areal waren einst die Sommerställe des Remontedepots.

Nach der Schließung des ehemaligen Remontedepots, das von 1961 bis 2004 als Mobilmachungsstützpunkt und Übungsareal der Bundeswehr diente, pendelte sich die Einwohnerzahl in Breithülen auf knapp 70 Bürger ein. Das einstige Remontedepot, das Ende 2011 eine Schuhfirma gekauft hat, und die Wohnsiedlung sind zusammen knapp 13 Hektar groß. Die Hofsiedlung mit sieben Häusern wurde 1903, die „Neue Siedlung“ mit fünf Gebäuden, mit jeweils vier Wohnungen,  im Jahr 1938 gebaut. Außerdem gibt es noch ein Gasthaus und zwei Backhäuser.

Joachim Lenk ist gerade dabei, ein Buch über das Remontedepot zu schreiben, das am 1. April 2023 seinen 125. Geburtstag feiert. Dazu sucht er noch Fotos aus der Bundeswehrzeit zwischen 1961 und 2005, außerdem Aufnahmen vom französischen Feldflugplatz Magolsheim (1951 bis 1992 - Terrain d´aviation de Magolsheim) und den Außenfeuerstellungen in Magolsheim, Ingstetten, Justingen und Sontheim. Bitte setzen Sie sich mit dem Autor in Verbindung:

 

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